Die Verborgenen Lande Wiki
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Alexander von Wengland ist eine Geschichte von Gundula Wessel, die anhand der Lebensgeschichte von Alexander von Steinburg, dem Thronfolger und späteren König des Königreichs Wengland die Geschichte dieses Königreiches im 19. Jh. beschreibt. Seit März 2022 ist das Buch mit der ISBN 978-3-347-53042-3 im Handel erhältlich.

Zusammenfassung[]

Das Buch besteht aus zwei Teilen, die in einem Band veröffentlicht wurden.

Teil 1 befasst sich mit dem Eisenbahnbau im Königreich Wengland, für den König Wilhelm seinen jüngsten Sohn Alexander aus der Schweiz zurückruft, wo der junge Mann als Vermessungsingenieur beim Bau der Gotthardbahn arbeitet. Alexander kehrt nur widerwillig zurück, gefällt ihm seine Arbeit doch. Er ist überrascht, seine eigentliche Arbeit auch zu Hause fortführen zu können.

Er lernt auf der Heimfahrt Simone Haldenstein kennen, deren Vater Kopf der Sozialistischen Partei Wenglands ist und als Gegner der Monarchie im Staatsgefängnis von Palparuva sitzt. Er verliebt sich in sie, gibt ihr Arbeit bei der Bahn und kann auch für die Freilassung ihres Vaters sorgen, der sich aber sehr undankbar zeigt.

Alexanders Liebe zu Simone wirft ihm einige Steine in den Weg, die beide aber überwinden können und schließlich heiraten. Mit der Vollendung der ersten Teilstrecke endet das erste Buch.

Teil 2 befasst sich mit Alexanders Vergangenheit, die ihn in der Gegenwart einholt, als sein ältester Bruder Friedrich mit Frau, Sohn und Leibkutscher bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Verdächtig sind ausgerechnet seine jüngeren Brüder Eberhard und Alexander. Alexander kann mithilfe seiner Frau Ermittlungen aufnehmen, die den angeblichen Eberhard als wilzarischen Agenten Gobur Simat entlarven, der das Attentat befohlen hat. Er verfolgt ihn bis in die Schweiz, wo der echte Eberhard Jahre zuvor bei einem Bergunfall ums Leben gekommen ist. Alexander kann seinen toten Bruder nach Wengland zurückbringen und die Nachfolge als Kronprinz antreten, aber Simat wird nicht nach Wengland ausgeliefert und kann untertauchen.

Teil 1 - Eine Eisenbahn für Wengland[]

Im Sommer 1871 plant König Wilhelm von Wengland den Bau einer Eisenbahn in seinem Reich. Dafür holt er seinen jüngsten Sohn Alexander aus der Schweiz zurück, wo dieser als Vermessungsingenieur bei der Gotthardbahn arbeitet.

Alexander kommt nur ungern heim, gehorcht aber dem Rückruftelegramm, das ihn als Reservisten nach Hause befiehlt. In Palparuva an der Grenze zwischen Breitenstein und Wengland begegnet er in der Postkutsche Simone Haldenstein, deren Vater Vorsitzender der Sozialistischen Partei Wenglands ist und im Staatsgefängnis von Palparuva einsitzt. Er erfährt, dass sie für den Passierschein dem Gefängniskommandanten Edgar von Drechselberg zu Willen sein muss. Als von Drechselberg im Posthotel von Bravadur seine Bezahlung von Simone einfordern will, wirft Alexander ihn hinaus und verspricht ihr, dass sie für die Haftdauer ihres Vaters einen dauerhaften Passierschein bekommt und er sich um eine Haftprüfung bemühen will. Simone will dies zunächst nicht, weil sie befürchtet, nur an einen weiteren Erpresser geraten zu sein, aber er macht ihr deutlich, dass er dies ohne Bezahlung tut.

In Steinburg angekommen erfährt der Prinz, dass er eine Eisenbahn bauen soll – einmal quer durchs Land von Palparuva in Oberwengland bis Christophstein in Aventur. Er kann seinen Vater dazu bringen, dass er auch „politisch unzuverlässiges“ Personal einstellen darf, sofern dieses keinen Aufstand anzettelt oder Anschläge verübt. Mit seinem Freund, dem Geologen Andreas Ettinger, beginnt er mit den Planungen.

Einen Monat später trifft er Simone Haldenstein erneut – als Tänzerin im Steinburger Wirtshaus „Zum Hirschen“. Er passt sie nach der Vorstellung ab und bietet ihr eine Anstellung bei der Bahn, damit sich nicht mehr tanzen muss. Sie ist zwar skeptisch, folgt aber seiner Einladung in die Steinburg am folgenden Tag. Alexander gibt ihr eine Sekretärsanstellung; sie soll für seine Termine zuständig sein und ist bald eine unentbehrliche Kraft für ihn.

Er bietet auch ihrem Vater eine Stellung als Betriebsarzt der Königlich Wenglischen Eisenbahn. Wenn er einverstanden ist, kann er aus dem Gefängnis kommen. Dr. Simon Haldenstein lehnt das Angebot mit groben Worten ab. Alexander muss das hinnehmen, beantragt aber beim Obergericht in Steinburg eine Haftprüfung. Diese ergibt, dass der Arzt unberechtigt inhaftiert ist. Er wird freigelassen.

Kurz darauf erscheint Dr. Haldenstein mit einer Schlägertruppe seiner Partei auf der Baustelle der Eisenbahn in Felsbruck und wiegelt die Arbeiter gegen die Bauleitung auf. Andreas Ettinger alarmiert Alexander, der sich umgehen nach Felsbruck begibt. Bevor er wegreitet, bittet er Simone, bei seinem Vater um Soldaten zu bitten, wenn er sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gemeldet hat.

In Felsbruck gerät er mit Andreas in den Aufstand der Arbeiter. Beide werden gefangen genommen. Als Dr. Haldenstein ihn und die übrigen Ingenieure zwingen will, die Bahn ohne die tausende von Arbeitern für das Volk zu bauen, kann Alexander sich und die Ingenieure befreien und den Arbeitern deutlich machen, dass sie ohnehin Anteilseigner der KWE sein werden, was auch vertraglich vereinbart ist. Weil sich damit die Argumentation vom Volkseigentum auflöst und die Rotgardisten keine guten Antworten für die fälligen und zukünftigen Löhne geben können, bricht der Aufstand zusammen.

Die aus Steinburg kommenden Soldaten, die Simone in Kenntnis der Pläne ihres Vaters gleich nach Alexanders Aufbruch nach Felsbruck angefordert hat, kann der Prinz vor der Baustelle abfangen. Die verhafteten Sozialisten werden nach Steinburg gebracht. Simone, die sich gleich nach der Anforderung der Soldaten als Sozialistin gestellt hat und in Untersuchungshaft sitzt, kann Alexander nach Zahlung der Kaution auslösen. Weil sie nichts verbrochen hat, weiß er, dass er das Geld mit Einstellung des Verfahrens gegen sie zurückbekommen wird.

Er lädt sie zum Bankett vor dem Nationalfeiertag ein. Simone nimmt erst an, als sie erfährt, dass die Ingenieure und deren Ehefrauen ebenfalls eingeladen sind. Alexander hat – per Fernvermessung – Simones Kleidergröße ermittelt und Garderobe für sie schneidern lassen, die ihr auch gefällt. Im Laufe des Abends gestehen die jungen Leute einander ihre Liebe und verbringen auf Einladung des Königs die Nacht im Schloss, damit Simone die Parade am Nationalfeiertag am folgenden Tag vom Schloss aus sehen kann.

Bei der Parade am 11. Juli geraten Alexander und sein nächstälterer Bruder Eberhard in Streit, den König Wilhelm beenden will. Dabei kommt es zum Eklat, als Eberhard Simone beleidigt und König Wilhelm Alexander wegen der Sozialisten unter den Arbeitern als Sicherheitsrisiko betrachtet. Die Leitung der Bahn wird Eberhard übertragen, worauf Alexander umgehen in die Schweiz zurückkehrt. Simone will erst nachdenken und ihm eventuell folgen. Alexander lässt von seinem Konto genügend Geld auf Simones Konto überweisen, damit sie nicht wieder tanzen muss, denn ihm ist klar, dass Eberhard sie nicht im Büro lassen wird. Tatsächlich wird sie noch am 12. Juli gefeuert.

Während Alexander wieder für die Gotthardbahn vermisst, laufen die Arbeiten an der KWE immer schlechter. Eberhard entlässt alle Sozialisten, die schweizerischen Arbeiter und Ingenieure kündigen wegen Eberhards Inkompetenz. Als die Bahn Baustillstand hat und Eberhard auch mit Zwangsarbeitern nichts mehr erreichen kann, platzt König Wilhelm der Kragen. Er bittet Simone, Alexander zurückzuholen. Sie ist einverstanden, will aber dafür eine Begnadigung ihres rechtskräftig verurteilten Vaters. Wilhelm sagt dies zu und akzeptiert Simone als Verlobte seines Sohnes.

Sie reist Alexander nach Andermatt nach, aber er will von einer Rückkehr einstweilen nichts wissen. Er will seinen Vertrag bei der Gotthardbahn zunächst erfüllen. Sie schweigt zunächst über den Preis, den sie von seinem Vater verlangt hat. Simone erfährt von seiner ersten großen Liebe zur Wilzarenprinzessin Livaria, die ihm einige Jahre zuvor zur Flucht aus Kriegsgefangenschaft verhalf und dafür hingerichtet wurde. Erst, als die Frage aufkommt, ob er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert, gibt Simone die Bedingung bekannt, die sie seinem Vater gestellt hat, für die sie ihn zurückholen will. Alexander befürchtet zwar, dass sein zwischenzeitlicher Schwiegervater ihm gleich wieder Schwierigkeiten machen wird, aber er akzeptiert die Rückkehr, als sein eigener Vater ausdrücklich erklärt, dass Alexander wieder die Leitung der KWE übernehmen wird, wenn er zurückkehrt – und dass Eberhard nie wieder ein Projekt übertragen wird, das Alexander begonnen hat.

Nach ihrer Rückkehr heiraten Alexander und Simone ein zweites Mal, dieses mal nach wenglischem Recht im Steinburger Dom. Wenig später ist die erste Teilstrecke der Bahn zwischen Palparuva und Steinburg fertig, das Rollmaterial eingekauft. Am 11. Juli 1874 wird die erste Teilstrecke feierlich eröffnet.

Teil 2 - Schatten der Vergangenheit[]

Am 6. Januar 1875 wird Simones und Alexanders erstes Kind geboren: Stephan Caspar Melchior Balthasar von Steinburg. Im August 1875 ist die zweite Teilstrecke der Königlich Wenglischen Eisenbahn zwischen Steinburg und Turmesch fertig. Prinz Friedrich, Alexanders ältester Bruder und Thronfolger Wenglands, will sich die Strecke am Tag vor der eigentlichen Eröffnung ansehen. Eberhard warnt ihn und will ihm seine Gendarmen mitgeben, aber Friedrich lehnt ab.

Alexander begibt sich noch am Abend zum Depot Siebensteinforst einige Kilometer westlich von Steinburg, um die Baulok zu reinigen, damit Friedrich, seine Frau Anna und deren Sohn Peter mitfahren können. Am folgenden Morgen hören Alexander und einige Mitarbeiter eine Explosion aus Richtung der Straße, auf der Friedrich und seine Familie unterwegs sein müssen. Alexander, Andreas Ettinger und Vorarbeiter Simon Thornton eilen an den Ort – und finden die völlig zerstörte Hofkutsche vor. Friedrich, seine Frau, sein Sohn und der Kutscher sind tot. Die drei Männer werden von Gendarmen verhaftet, die aus dem Wald neben der Straße kommen. Sie werfen Alexander und seinen Mitarbeitern vor, den Mordanschlag auf den Thronfolger verübt zu haben. Die Verhafteten werden nach Steinburg gebracht. Polizeichef Eberhard von Steinburg will ein Geständnis hören und lässt Alexander von seinen Folterknechten durch die Mangel drehen.

Als Eberhard seinem Vater von der Festnahme berichtet, befiehlt dieser wütend, Alexander und seine Mitarbeiter sofort freizulassen. Weil Eberhard zögert, befördert sein Vater ihn mithilfe der Herwigsgarde zum Polizeigefängnis – und ist wenig amüsiert über das, was er zu sehen bekommt. Die Gendarmerie wird samt und sonders vom Dienst suspendiert, Eberhard wird an Alexanders Stelle eingesperrt, der übel zugerichtete Alexander ins Schloss gebracht. Simone schickt nach ihrem Vater, dem Arzt Dr. Simon Haldenstein, aber der Sergeant der Herwigsgarde teilt ihr wenig später mit, dass dieser mit unbekanntem Ziel verreist sei.

König Wilhelm nimmt dies zum Anlass, die Sozialisten zu verdächtigen und beauftragt die Gardeinfanterie, einstweilen die Aufgaben der Gendarmerie zu übernehmen.

Carl Niederfeld, Simon Haldensteins Vize in der Sozialistischen Partei Wenglands, wendet sich Hilfe suchend an Simone, weil reihenweise Sozialisten verhaftet werden. Simone meint, die plötzliche Abreise ihres Vaters habe den Verdacht erweckt, die Sozialisten hätten Prinz Friedrich und seine Familie auf dem Gewissen, aber Niederfeld schwört Stein und Bein, dass sie nichts mit dem Attentat zu tun haben. Simone bittet ihren Schwiegervater, von weiteren Verhaftungen der Sozialisten abzusehen. Sie stellt die Frage, wer denn überhaupt von Friedrichs Fahrt zum Depot im Siebensteinforst gewusst habe. Die Frage erscheint Wilhelm einleuchtend.

Er befragt Alexander, der deutlich macht, dass außer Friedrich, seiner Familie und dem Kutscher nur er selbst, Eberhard und eben König Wilhelm und Königin Annette wussten. Er halte seine Eltern für unverdächtig, Friedrich und seine Familie ebenfalls. Er selbst könne nur bestreiten, das Attentat verübt zu haben – und dann bliebe noch Eberhard …

Derweil durchsuchen die Gardeinfanteristen die Hauptwache der Gendarmerie in Steinburg. Leutnant Balduin de Restignac stößt auf Ungereimtheiten in den Befehlsbüchern. Sein Regimentschef Oberstleutnant von Markwardt konfrontiert im Gefängnis Eberhard damit, der sich aber auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft (das er seinerseits einem Verhafteten keinesfalls gewährt).

Wenig später entdeckt Balduin mithilfe der Ordonnanz seines Chefs einen geheimen Archivraum, in dem sich ebenso geheime Befehlsbücher finden. Aus diesen geht hervor, dass Eberhard den Befehl zum Attentat auf den Kronprinzen gegeben hat. Es finden sich auch Befehle, die Alexander deutlich machen, dass sein Pech während seiner Militärzeit keineswegs Pech war, sondern von Eberhard so eingefädelt worden war. Er will herausfinden, weshalb ein Bruder den älteren umbringen lässt und es beim jüngeren Bruder mehrfach versucht.

Simone will sich ablenken und sieht sich Fotoalben der Familie an. Sie stellt fest, dass Eberhard etwas aus der Art schlägt. Als sie Alexander davon erzählt, kommt diesem der Verdacht, dass Eberhard vielleicht gar nicht Eberhard ist. Er informiert den tagenden Grafenrat und sucht dann seine Schwägerin Marianne auf, die ihm erlaubt, Eberhards Sekretär zu untersuchen. Er findet einen wilzarischen Reisepass, ausgestellt auf Gobur Simat. Anhand von Eberhards Tagebüchern kann er feststellen, dass sein Bruder während seines Auslandsstudiums gegen einen Doppelgänger ausgetauscht wurde. Er findet auch eine Liste mit wenglischen Kollaborateuren, unter denen General Hubert von Aschewerth ebenso ist wie Graf Maximilian von Ahrenstein zu Wachtelberg, mit dem Alexander kurz zuvor beim Grafenrat einen Streit hatte. Von Aschewerth kann er bei sich zu Hause dingfest machen und bittet seinen Vater um Urlaub, den er in der Schweiz verbringen will – der Tarnung halber, denn tatsächlich will er dem Schicksal seines Bruders nachspüren.

Er reist mit Simone und Söhnchen Stephan nach Zürich. Die Auskünfte, die er von der dortigen Universität bekommt, verdichten die Hinweise auf einen Austausch nach einer Bergtour in Bergün. Eine Depesche aus Steinburg teilt mit, dass Simat geflohen ist.

Alexander, Simone und Stephan reisen nach Tiefencastel, wo Alexander Balduin de Restignac trifft, der Simat verfolgt. Simone bleibt mit Stephan in Tiefencastel, Alexander und Balduin reiten nach Bergün, um nach dem Grab eines Unbekannten suchen.

Im dortigen Posthotel erfahren sie, dass der falsche Eberhard schon vor ihnen eingetroffen ist. Es kommt zur Konfrontation mit Gobur Simat und seinen Leibwächtern, die Alexander knapp für sich entscheiden kann. Simat wird verhaftet, kann aber erneut ausbrechen und sich für den Dorfpolizisten Hämmerli ausgeben.

Balduin und Alexander können ihn erneut überwältigen und mithilfe des Staatsanwalt Suder die Leiche des Unbekannten auf dem Friedhof in Bergün exhumieren. Anhand bestimmter Merkmale kann Alexander beweisen, dass der Tote sein Bruder Eberhard ist. Er kann erreichen, dass Eberhard nach Steinburg überführt wird, aber die Auslieferung Gobur Simats muss er beantragen. Simat, der den Dorfpolizisten angegriffen hat, wird zunächst in der Schweiz der Prozess gemacht.

Alexander, seine Familie und Balduin kehren mit dem toten Eberhard nach Steinburg zurück, wo die toten Prinzen und Friedrichs Familie ein Staatsbegräbnis erhalten. König Wilhelm macht bei der Trauerfeier deutlich, dass Wengland Wilzarien nicht den Gefallen tun wird, einen Krieg vom Zaun zu brechen, denn Wengland wird niemals einen Krieg von sich aus anfangen.

Als nunmehriger Kronprinz stößt Alexander diverse Reformen an und beabsichtigt, Wengland in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln, wenn er den Thron seines Vaters erbt.