Die Verborgenen Lande Wiki
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Ludwig von Stolzenfels (* 28. Juli 1153, ✝ 1204) ist Graf von Stolzenfels und Herzog von Scharfenburg. Als Herzog von Scharfenburg ist er „Amtskollege“ des gleichzeitig regierenden Fürsten Gregor von Breitenstein sowie der Könige Rudolf von Wengland und Havarik von Wilzarien. Als Herzog seines Landes ist er Lehnsherr von 19 Grafen und ebenso wie seine drei Amtskollegen in den Verborgenen Landen frei vom Einfluss des Heiligen Römischen Reiches.

Er ist ein wohlmeinender, aber nicht fehlerloser Mensch. Er hängt nach viel zu frühen Tod seiner Frau extrem an seinen Kindern. Er gerät deshalb leicht in Zorn, wenn er hören muss, dass einem seiner Kinder Leid geschieht … Doch er hat auch den Anstand, Fehler zuzugeben und um Vergebung zu bitten, wenn er auf eine Lüge hereingefallen ist.

Biografie

Frühes Leben

Ludwig wurde am 28. Juli 1153 als ältester Sohn des Herzogs Ulferich von Scharfenburg und seiner Gemahlin Edelinde in Stolzenfels geboren. Stolzenfels ist sowohl die Hauptstadt der Provinz Stolzenfels als auch des Herzogtums Scharfenburg. Seine Eltern waren bis zu seiner Volljährigkeit im Jahr 1174 gleichzeitig auch Graf und Gräfin von Stolzenfels. Mit Erreichen der Volljährigkeit übernahm Ludwig diesen Titel von seinem Vater, den er 1180 nach dessen Tod auch als Herzog beerbte.

Noch im Jahr seiner Volljährigkeit heiratete der junge Graf und Erbprinz die Komtesse Helene von Falkenstein. Es war eine aus Liebe eingegangene Ehe, die am 13. Juli 1176 den ältesten Sohn Heinrich hervorbrachte. Am 29. Juni 1179 folgte der zweite Sohn Simon, am 14. Oktober 1181 die einzige Tochter Regina.

1190 erkrankte die Herzogin schwer und bestimmte 1191 auf dem Sterbebett, dass ihre gemeinsamen Kinder in keine Vertragsehe gezwungen werden dürften, sondern ebenso wie sie selbst und ihr herzoglicher Gemahl in der Wahl ihres Ehepartners frei sein sollten. Herzog Ludwig stimmte diesem letzten Willen seiner geliebten Frau unter zahlreichen Zeugen zu und ließ diesen letzten Willen seiner Gemahlin auch schriftlich dokumentieren und von den Zeugen besiegeln. 

Martin von Wengland (Chronik)

Teilband I - Heimkehr ins Exil

Im August 1195 befindet sich Herzog Ludwig mit seinen Söhnen Heinrich und Simon und seiner Tochter Regina auf dem Rückweg von einem Turnier in Breitenstein und trifft auf Burg Palparuva Prinz Martin von Wengland, der mit seinen Erziehern Roland und Gaëlle von Ibelin, deren Familie und Untertanen aus Frankreich verbannt wurde. Als Simon sich über den französischen Akzent des wenglischen Thronfolgers lustig macht, weist Ludwig ihn zurecht.

Im Mai 1196 kommt er mit seinen Söhnen und seiner Tochter zum Turnier nach Turmesch in der wenglischen Grafschaft Hirschfeld, deren Graf Roland von Ibelin inzwischen geworden ist. Prinzessin Regina, die von dem knapp ein Jahr älteren Martin sehr angetan ist, will dem jungen Knappen ihr Lanzentüchlein geben, aber Ludwig verbietet es ihr mit Hinweis darauf, dass eine solche Ehre einem Knappen nicht zusteht. 

Teilband II - Das Turnier

Zwei Jahre später, 1198, kann er es nicht mehr verhindern, weil Regina sich mit ihrer Hofdame Sophie absetzen kann und mehr zufällig auf dem Platz landet, auf dem Martin im Gestech gegen Bertram von Ermeldorf, den Heermeister seines Vaters, antritt. Martin verliert im dritten Gang des Gestechs, aber er hat Reginas Herz gewonnen. Nachdem der junge Prinz am Ende dieses Turniers von seinem Onkel zum Ritter geschlagen wird, ist Ludwig damit einverstanden, dass Regina ihrem Martin zu allen Turnieren folgt, bei denen er antritt. Ludwig tut es ihr gleich und wird wie seine Tochter ein Fan des wenglischen Kronprinzen, der auch im Sieg zurückhaltend bleibt und niemals einen unterlegenen Gegner verspottet. Die Werbung des Prinzen um Reginas Hand kann er jedoch noch nicht annehmen, weil in Scharfenburg dafür außer der Vollendung des 18. Lebensjahres des werbenden jungen Mannes und des 17. Lebensjahres der umworbenen jungen Frau für ritterliche Bewerber auch sieben Turniersiege erforderlich sind. Keines der drei Kriterien ist zum Zeitpunkt dieses Turniers erfüllt. 

Teilband III - Einer spielt falsch

Als Seriensieger, der weit mehr als die erforderlichen sieben Siege errungen hat, kommt Martin im April 1199 nach Stolzenfels, um mit dem Herzog und dessen Familie zum Turnier nach Falkenstein zu reisen. Er gewinnt dieses Turnier im Schwertkampf und im Stechen und bittet Ludwig um die Hand seiner Tochter. Der Herzog ist mehr als nur einverstanden. Umso größer ist der Schock für ihn, als Graf Niklaus von Thannburg ihn darauf hinweist, dass der Adelsrat Scharfenburgs bei der Heirat eines der Kinder des Herzogs ins Ausland Mitspracherecht hat. Auf Betreiben von Markgraf Richard von Rebmark setzt der Adelsrat ein Turnier an, bei dem Martin gegen den scharfenburgischen Adel um die Hand der Herzogstochter kämpfen soll. 

Nachdem Martin wegen einer verletzten Hand gegen Richard verliert und sich herausstellt, dass der Wortlaut des Ratsbeschlusses nicht dem eigentlichen Beschluss des Rates entspricht, weigert sich der Herzog, seine Tochter gegen ihren Willen Richard zur Frau zu geben. Doch bevor der Adelsrat einen erneuten Beschluss fassen kann, trifft die Nachricht ein, dass die Grafschaft Dunkelfels von den Wilzaren überrannt wurde und Graf Siegmund, sein Sohn Siegmar und Lewin und Eduard von Falkenstein, die beiden Söhne von Graf Alwin von Falkenstein, die ihren Cousin mit ihrer ganzen Truppe unterstützt haben, tot sind.

Für Ludwig setzt dieser Umstand neue Prioritäten. Er setzt sein Vasallenheer in Marsch, wofür er auch Richard und dessen Vetter Raimund von Löwenstein braucht. Eine Untersuchung gegen sie wegen des manipulierten Turnieres verschiebt er einstweilen. Auch die Frage, ob Regina Martin heiraten kann, gerät dabei ins Hintertreffen, denn während einer familiären Trauerzeit darf weder geworben noch geheiratet werden. Ludwig bittet aber König Rudolf von Wengland um Beistand gegen die Wilzaren. 

Teilband IV - Wirren des Krieges

Es ist eine ganz böse Überraschung für Ludwig, als er Mitte 1200 erfährt, dass die Wengländer sich in der umkämpften Grafschaft Dunkelfels mit den Wilzaren verbündet hätten und gegen Scharfenburg kämpften. Ohne weitere Prüfung – die Beweise scheinen eindeutig zu sein – veranlasst Ludwig einen Angriff auf die grenznahe Stadt Wachtelberg, was König Rudolf seinerseits veranlasst, die Bündnisanfrage von König Havarik von Wilzarien positiv zu beantworten und tatsächlich auf wilzarischer Seite in den Krieg einzutreten. 

Ludwig sieht sich in einem Zweifrontenkrieg, doch können seine Leute die Grenze nach Wengland und Dunkelfels halten, indem sie alle Brücken über den Grenzfluss Alvedra abbrechen und die Furten besetzen. Frieden ist jedoch nicht in Sicht, weil König Rudolf Friedensverhandlungen verweigert.

Als der Herzog die Nachricht erhält, dass Prinz Martin sich mit Regina auf Burg Falkenstein treffen will, ahnt er nicht, dass Martin bereits in eine von Markgraf Richard gestellte Falle läuft. Beim Kampf mit Wilzaren, die Richard auf den Prinzen und die Prinzessin angesetzt hat, wird Martin schwer verwundet und von Graf Volker von Skarpenborn, den Richard auf den Prinzen angesetzt hatte, nach Falkenstein eskortiert und gegen Reginas Willen zum Gefangenen erklärt.

Der Umstand, dass Regina Martin pflegt, kommt den Plänen des Herzogs entgegen, dem der Königssohn nur lebend von Nutzen ist. Weil Ludwig Alwin von Falkenstein mit dessen Kopf für Martin haften lassen will, kann der Prinz die Situation für sich nutzen. Falkenstein fiele im Fall von Alwins erbenlosem Tod an die Rebmark, die dann einige Morgen größer wäre als Stolzenfels. Ludwig würde also den Herzogshut verlieren, wenn er Alwin hinrichten ließe, falls Martin fliehen würde. Ludwig verzichtet deshalb darauf, Martin zur Geisel zu erklären und erlaubt ihm, nach seiner Genesung heimzukehren. Er gibt ihm jedoch noch mit, dass er keine weitere Gnade zu erwarten habe, falls er in feindlicher Absicht nach Scharfenburg käme. Martin entgegnet, das hinge allein davon ab, ob sein Vater einen gerechten Krieg führe oder nicht.

Entsprechend ungehalten ist Ludwig, als Martin ihm wenig später schreibt, dass die Dokumente, die ihm in Steinburg bezüglich des Krieges vorgelegt worden seien, überzeugt hätten, dass sein Vater berechtigt gegen Scharfenburg Krieg führt.

Mit den Truppen Hirschfelds und Steinburgs sind die Wengländer den Scharfenburgern überlegen. Unter der Führung Martins von Wengland und Rolands von Ibelin gelingt ihnen die Einnahme der grenznahen Provinzen. Martin gewährt den Bewohnern achtundvierzig Stunden Gelegenheit zur Flucht, verspricht Graf Alwin aber ergänzend, dass die die bleiben wollen oder müssen, in keiner Weise gefährdet seien. Seinen Männern verbietet er jegliche Drangsalierung bleibender Bewohner und stellt insbesondere Frauen und Kinder unter seinen persönlichen Schutz.

Graf Alwin lobt Martins ritterliches Verhalten, als er an Ludwig schreibt. Doch der Herzog vertritt inzwischen die Auffassung, dass solche Selbstverständlichkeiten nicht erwähnenswert seien. Diese Haltung fordert Widerspruch bei seinen Kindern heraus. Stur bleibt der Herzog dabei, dass Martin keine Gnade zu erwarten habe, falls er in Gefangenschaft geraten solle. Er befiehlt seinen ältesten Sohn nach Rebmark, Simon wird für die Sicherheit von Stolzenfels verantwortlich. 

- weitere Bearbeitung folgt - 

Hinter den Kulissen

Geschichte des Charakters

Wie sein späterer Schwiegersohn Martin von Wengland rutschte mir auch Ludwig von Scharfenburg ganz freiwillig aus der Feder, bzw. dem Kugelschreiber. Bis zur Digitalisierung der Geschichte Martin von Wengland (Chronik) war er der gütige, gerechte Herr seines Landes, der seine Kinder liebt, schuldlos in einen Krieg verwickelt wird und mit viel diplomatischem Fingerspitzengefühl und der Hilfe seines Schwiegersohnes den Krieg beenden kann.

Im Rahmen der Digitalisierung erschien mir dies zu eindimensional, weshalb er – gerade weil er seine Kinder so sehr liebt und immer noch um seine geliebte Frau trauert – auf seinen künftigen Schwiegersohn zeitweise richtigen Hass entwickeln darf und sich von seiner starrköpfigen Seite zeigen darf. 

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