Die Verborgenen Lande Wiki
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Philipp von Wengland ist eine Geschichte von Gundula Wessel, die anhand der Lebensgeschichte des ersten Königs von Wengland, Philipp von Steinburg, die Entstehung des Königreichs Wengland beschreibt.

Inhalt

Herzog Sandragon von Wengland lässt sich am 11. November 854 vom Mönch Avertinus christlich taufen und nimmt als Taufnamen Christian an. Er nennt sich von nun an Christian von Sandragon. Weil er am 11. November getauft wurde, erklärt Christian von Sandragon den Heiligen Martin zum Schutzpatron seines Landes. Innerhalb kurzer Zeit wird der ganze Hof getauft. Am 6. Januar 855, dem Dreikönigsfest, heiratet Christian seine Geliebte, die sich seit der Taufe Christine nennt.

Am 8. Dezember 855 wird Thronfolger Albert geboren. Persegin von Rothenfels, der Herr der wenglischen Grafschaft Südwengland, will die Freude der Geburt des Thronfolgers nutzen, um dem Herzog das Versprechen abzuringen, dass eine seiner Töchter den Herzogssohn einst heiraten wird. Doch Christian lässt sich darauf nicht ein, hat er selbst doch aus Liebe geheiratet. Er erklärt, dass sein Sohn eine Frau seiner eigenen Wahl heiraten wird. Als Persegin auch noch zu hören bekommt, dass Herzogin Christine eine Bauerntochter ist, ist das für ihn der Anstoß, den Sturz des Herzogs zu planen. Doch weil er selbst noch dem alten Glauben anhängt, braucht er lange, um Bundesgenossen zu finden.

Am 29. März 859 kommt Philipp, der jüngere Sohn des Herzogs zur Welt. Die beiden Jungen haben eine glückliche Kindheit, bis Persegin am 21. Juni 866 genügend Verbündete zusammen hat und die Absicht des Herzogs, einem südwenglischen Bauern den Bau einer Mühle und die Anlage eines Mühlenteichs zu erlauben, zum Anlass nimmt, ihn zu ermorden. Persegin agiert jedoch voreilig, so dass der Graf von Limmenfels, der die Herzogin und die Kinder beseitigen soll, zu spät kommt. Christine kann mit ihren Kindern und einer Dienerin gerade noch durch einen Geheimgang ins Kloster Steinburg entkommen. Die christlichen Verbündeten Persegins verhindern eine Durchsuchung des Klosters, weshalb die Herzogin mithilfe der Mönche ins Kloster Wachtelberg an der Nordgrenze Wenglands fliehen kann.

Christine und ihre Söhne leben dort sicher. Während Albert sich schon fast zum Mönch entwickelt, will Philipp den Tod des Vaters rächen und seinem Bruder auf den Thron helfen. Er bekommt vom Mönch Retinus, einem ehemaligen Ritter aus Britannien, Unterricht im Schwertkampf. Als Alberts Volljährigkeit im Dezember 876 naht, entscheidet der sich von eben auf jetzt, seinen Thronanspruch geltend zu machen - und will sich dabei ganz allein auf Gottes Hilfe verlassen, weil er die Lehren der Mönche allzu wörtlich nimmt. Philipps Angebot, ihn zu begleiten, weist er ausdrücklich ab und läuft in sein Unglück. Herzog Reginald von Wengland - kein anderer als Persegin von Rothenfels - lässt ihn an seinem 21. Geburtstag töten.

Alarmiert von Bernhard von Altenburg, einem Ritter aus der wenglischen Grafschaft Eichgau, der Zeuge der Zurschaustellung des toten Albert war und auch um die Identität des Herzogs Reginald weiß, fliehen Christine und Philipp Mitte Januar 877 in die benachbarte Grafschaft Stolzenfels, die nicht mehr zum Herzogtum Wengland gehört. Deren Graf Ralf hat am 15. Januar 877 die Grafschaften nördlich des Alvedra zum Herzogtum Scharfenburg vereinigen können und ist der erste Herzog von Scharfenburg. Er bietet ihnen eine dauerhafte Zuflucht und lässt Philipp zum Ritter ausbilden. Je älter Philipp wird, desto größer wird die Ähnlichkeit mit seinem Vater.

Am 29. März 880 erhält Philipp zu seinem 21. Geburtstag den Ritterschlag und das Angebot, den kinderlosen Grafen Reinhold von Dunkelfels zu beerben. Er bittet sich Bedenkzeit aus, die Herzog Ralf ihm auch gewährt. Als Reinhold im Frühjahr 886 stirbt, muss Philipp sich entscheiden. Er will zunächst versuchen, den Thron Wenglands zu gewinnen und kehrt heimlich nach Wengland zurück.

Er findet Unterkunft bei Graf Siegfried von Eschenfels, der jedoch Holger, einem zum Spion gepressten Stallburschen, verraten wird. Reginald geht erst nach dem Tod von Siegfrieds Freund Eugen von Eichgau gegen den Grafen von Eschenfels vor, als er sicher ist, dass Siegfried keine weitere Unterstützung hat. Siegfried bringt Reginald dazu, ihn und Philipp in die unterste Kerkerzelle zu sperren. Reginald ahnt nicht, dass diese Zelle einen geheimen Ausgang hat, durch den die Gefangenen fliehen können.

Während Siegfried auf der Flucht von einem Pfeil tödlich getroffen wird, kann Philipp verwundet entkommen. Er gelangt auf eine große Insel im Alvedra, die von einer Räuberbande unter dem Befehl von Iwar und der geistigen Führung des Goden Sengar steht. Die Räuber Elam und Hilvar finden Philipp bewusstlos am Ufer und nehmen ihm seinen Siegelring ab, der eine einzelne Lilie trägt, das Zeichen des Hauses Sandragon. Weil sie sich um die Beute streiten, nimmt Sengar ihnen die Beute ab, damit Iwar entscheidet, wem sie zusteht und lässt sich zu dem scheinbar Toten führen.

Er erkennt, dass Philipp noch lebt und lässt ihn in seine Hütte bringen. Weil der Gode eine Vision hatte, dass die Räuber im Zeichen der Lilie Glück haben werden, kann er Iwar überzeugen, Philipp am Leben zu lassen. Als Philipp genesen ist, verlangt Iwar eine Mutprobe von ihm, bevor er in die Bande aufgenommen wird. Philipp weigert sich und kann den Räuberhauptmann zu einem Zweikampf bringen, den er mit einem Trick gewinnen kann. Nachdem Iwar sich von der Gehirnerschütterung erholt hat, bietet er Philipp erneut an, in die Bande zu kommen, aber Philipp macht den Räubern seinerseits das Angebot, ihm zu helfen, den ihm zustehenden Thron zu gewinnen und sich aus dem Räuberdasein zu befreien. Ihm ist klar, dass die Männer eher aus Not zu Räubern geworden sind, nicht aus Habgier. Iwar will keinem Herzog dienen, sondern - wenn überhaupt - einem König. Philipp sagt ihm: "Mach' mich zum König und du kannst einem König dienen."

Als Mönch getarnt und mit gefärbtem Haar spioniert Philipp den Herzog und die Grafen aus. Er kann eine Liste der Verschwörer finden, die er sich abschreibt und setzt an den Höfen die Legende vom Geisterreiter in die Welt.

Als er auf die Alvedrainsel zurückkehrt, besteht Iwar auf einer Probe, die Philipp erneut zu einem Zweikampf erweitern kann. Er kann Iwar besiegen, worauf die Räuber ihn zum Anführer wählen wollen, doch er lehnt ab und erneuert sein Angebot. Sengar unterstützt ihn und hat auch schon vorgearbeitet. Er hat Masken hergestellt, die das Gesicht verbergen, hat ein Schwert geschmiedet, das mittels einer besonderen Flüssigkeit in der Nacht leuchtet und bei Tag wie die Sonne selbst strahlt. Dazu gibt er Philipp den Rat, als sein eigener Geist aufzutreten, weil Herzog Reginald verbreiten lässt, Philipp sei tot.

Jeweils drei Männer gehen ab September 886 jede Nacht auf Spukreise. Die Liste, die Philipp hat, ist dabei sehr hilfreich, denn so kann sich der nächtliche Terror, der auch Tote fordert, wirklich gegen die Verschwörer richten; Unschuldige blieben verschont. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Weil der Geisterreiter an verschiedenen Orten gleichzeitig erscheinen kann, verbreitet sich die Legende vom Geisterreiter wie ein Lauffeuer durch ganz Wengland, aber auch in den Grenzregionen von Scharfenburg.

Mitte November 886 will Prinzessin Hilde von Scharfenburg genau wissen, wer und was sich hinter dem Geisterreiter verbirgt. Sie reitet am Tage allein an den Grenzfluss Alvedra und bemerkt in der Nähe der östlichen Alvedrainsel drei Geisterreiter, die in Richtung Insel reiten. Sie erschreckt sich so sehr, dass sie aus dem Sattel in den Hochwasser führenden Fluss stürzt. Einer der Reiter - es ist Philipp - fischt sie aus den reißenden Fluten und bringt sie mit Iwar und Hilvar auf die Insel, auch wenn er um Hildes Sicherheit in Sorge ist. Immerhin leben fünfzig Männer auf der Insel -- aber keine einzige Frau. Iwar kann ihn damit beruhigen, dass die Männer alle verheiratet sind und ihre Frauen auch regelmäßig besuchen.

Hilde ist für ihre Rettung dankbar, weshalb sie nach anfänglichem Zögern auch zustimmt, auf der Insel zu bleiben, um Philipp nicht unabsichtlich zu verraten. Sie will jedoch, dass Philipp ihrem Vater eine Nachricht gibt, dass sie in Sicherheit ist. Weil bereits einige Männer verwundet sind, ist Philipp jede Nacht selbst als Geisterreiter unterwegs und nicht nur ein oder zweimal die Woche. Er gibt Herzog Ralf die erbetene Nachricht, die er mit einem Pfeil in die Stolzenfelser Burg schießt und kommt an einer Furt dazu, dass ein anderer Geisterreiter ein Lager herzoglicher Wachen überfällt. Einer der Posten kann den Geisterreiter mit einer Lanze schwer verwunden, bevor der im Wald verschwindet. Philipp kommt aus der Richtung, in der der verwundete Reiter verschwunden ist und prescht nochmals durch das Lager, das sich nun in völliger Panik auflöst, womit die Legende erst richtig zementiert wird.

Er kann den verwundeten Geisterreiter finden. Es ist Elam, der tödlich verwundet ist. Philipp bringt ihn samt Pferd auf die Insel, aber Elam ist tot, als sie dort ankommen. Bei seinem Begräbnis gibt Gode Sengar Hilde und Philipp heimlich etwas von seinem Liebestrank in den Wein, um die Verbindung des Paares zu festigen, die sich bereits anbahnt. Er hat eine Vision, dass die jungen Leute das ideale Herrscherpaar Wenglands sein werden. Er weiht sie in das Geheimnis ein und sorgt für zwei Wochen ungetrübtes Liebesglück.

Weil viel Schnee gefallen ist, stellen die Inselbewohner die Spukreisen vorläufig ein. Philipp und Hilde verbringen auf der Insel eine wundervolle Zeit der Liebe. Erst nach der Schneeschmelze im Jahr 887 findet einer der Inselbewohner den Aushang des scharfenburgischen Herzogs, der dem Geisterreiter Straflosigkeit und Wahrung des Geheimnisses zusagt, wenn dieser die Herzogstochter nach Stolzenfels zurückbringt. Philipp geht auf das Angebot ein, bringt Hilde zurück und offenbart sich dem Herzog, der die Verlobung mit Hilde akzeptiert und mitteilt, dass er Philipps Mutter Christine heiraten werde. So sei Hilde zwar seine Stiefschwester, aber weil keine Blutsverwandtschaft bestehe, gebe es auch kein Hindernis. Philipp will aber erst heiraten, wenn er seinen Thron gesichert hat.

Mithilfe Iwars und seiner Männer kann er die letzten Getreuen des wenglischen Herzogs Reginald schlagen und Reginald im direkten Kampf besiegen. Reginald wird für seine Verbrechen gehängt. Philipp bestellt die Grafen Wenglands nach Steinburg, um sich als König bestätigen zu lassen. Sie akzeptieren ihn als rechtmäßigen Herrscher Wenglands, die Anerkennung als König knüpft Sebald, der Bischof und Graf von Wachtelberg aber daran, dass die Inselräuber sich taufen lassen und dass der König die Macht mit den Grafen teilt. Iwar und seine Männer stimmen zu und werden getauft. Iwar nimmt in der Taufe den Namen Herwig an, die Räuberbande wird amnestiert und als Herwigsgarde die Leibgarde des neuen Königs.

Die weiteren Bedingungen des Bischofs kann Philipp mit Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen entschärfen. Er ist zwar willens, die Macht zu teilen, weil sein Vater zu viel Macht hatte, womit auch sein Mörder und Thronräuber zu viel Macht hatte, aber ganz hergeben will er sie keinesfalls. Am 11. Juli 887 wird der Königsvertrag von den sieben bedeutendsten Grafen Wenglands - einschließlich Philipp als Graf von Steinburg - unterzeichnet, der zur Gründungsurkunde und zu einer Art Grundgesetz Wenglands wird.

Philipp bittet auch die umliegenden Herrscher um die Anerkennung als König. Karl III., Kaiser des Römischen Reiches, fordert daraufhin von Philipp den Lehnseid, den dieser aber verweigert . Einige Zeit später bittet Arnulf von Kärnten, der selbst Kaiser werden will, Philipp um Beistand. Philipp trifft sich mit ihm in Sankt Johannis im Münstertal und kann erreichen, dass Arnulf Wengland als unabhängiges Königreich anerkennt, solange ein König aus dem Hause Wengland-Steinburg. Philipp bietet ihm dafür Schutz und Begleitung nach Aachen zur Königswahl an. Als Arnulf ihm auf der Reise das Dokument mit der Unabhängigkeits-Anerkennung abnehmen will, musss er erfahren, dass Philipp die Urkunde längst mit einem Boten nach Wengland geschickt hat - auf einem anderen Weg als er Arnulf gesagt hat. Wegen dieses Verrats kündigt Philipp die Begleitung auf, überlässt Arnulf seinem Schicksal und kehrt mit seinen Leuten in die Hohen Lande zurück.

Sie machen einen Umweg über Scharfenburg, weil Philipp Hilde abholen möchte. Dort erfährt er, dass seine Mutter Christine nach dem Tod Herzogs Ralfs zum zweiten Mal Witwe ist und Ralfs Sohn Matthias der neue Herzog ist. Matthias bestätigt die Verlobung. Philipp und Hilde heiraten in Stolzenfels.

Veröffentlichungen

2009 erfolgte die deutsche Erstveröffentlichung auf fanfiktion.de (noch unter Philipp von Wendland), 2017 folgte die zweite Veröffentlichung auf Gundolfs Bibliothek. Seit dem 18. Mai 2021 ist erstmals ein im Handel erhältliches Buch zu haben (9,99 € als Taschenbuch (ISBN 978-3-347-32101-4) und 2,99 € als e-book (ISBN 978-3-347-32102-1). Aktuell läuft die Veröffentlichung über den tredition-Verlag, Hamburg. Das Buch ist auch bei Amazon im Angebot.

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