Die Verborgenen Lande Wiki
Advertisement
Die Verborgenen Lande Wiki

Richard von Rebmark (*4. Juni 1171 in Rebstadt, Rebmark, Herzogtum Scharfenburg) ist im 12./13. Jh. Markgraf von Rebmark im Herzogtum Scharfenburg. Er ist der Spross einer unehelichen Seitenlinie des Haus de Lusignan - und ähnelt charakterlich leider seinem entfernten Vetter Guy de Lusignan.

Biografie

Frühes Leben

Richard von Rebmark – manchmal auch nach seinem Geburts- und Residenzort von Rebstadt genannt – wurde am 4. Juni 1171 als einziges Kind des Markgrafen Balduin von Rebmark und seiner Gemahlin Hermine de Lusignan geboren. Hermine de Lusignan stammt aus einem eher wenig bekannten Seitenzweig der französischen Familie de Lusignan, dessen Oberhaupt unehelich sein soll und deshalb von den standesbewussten de Lusignans schamhaft verschwiegen wird.

Eigentlich wollte Richard Ritter des Templerordens werden und hätte dafür sogar seinem Cousin Raimund von Löwenstein sein Erbe als Markgraf überlassen, doch hinderte ihn daran einerseits der Umstand, dass in Scharfenburg erbenlose oder aufgegebene Grafschaften entweder dem größten Nachbarn zugeschlagen werden oder aufgeteilt werden. So tat er es seinem berühmten und entfernten Verwandten Guy de Lusignan gleich und wurde Gönner des Templerordens. Anders als Guy trägt er jedoch nicht den Rock der Templer, sondern meist einen weißen Waffenrock mit dem Wappenschild der Rebmark auf der Brust.

Andererseits starb sein Vater zu früh, so dass er mit nur 22 Jahren schon den Titel des Markgrafen der Rebmark erbte.

Martin von Wengland (Chronik)

Richard tritt in den Chroniken der Verborgenen Lande erstmals in Erscheinung, als Martin von Steinburg um die Hand von Regina von Stolzenfels, der Tochter des Herzogs von Scharfenburg, wirbt. Richard hätte die schöne Herzogstochter gern selbst zur Frau, doch er weiß, dass er eigentlich keine Chance hat. Regina und ihre Brüder Heinrich und Simon haben von Herzog Ludwig als Vermächtnis seiner verstorbenen Gemahlin Helene das Recht zugesagt bekommen, ihre Ehepartner selbst wählen zu dürfen. Richard ist zehn Jahre älter als die Prinzessin – eine freiwillige Wahl eines so deutlich älteren Ehemannes wäre nicht wahrscheinlich.

Richard sieht aber eine Möglichkeit, jedenfalls Martin auszubremsen: Da er als Wengländer Ausländer ist, muss der Grafenrat einer Eheschließung zustimmen. Der Rat beschließt jedoch einstimmig. Ein Einzelner kann folglich eine Entscheidung blockieren. Richard macht sich das zunutze. Es gibt nur wenige, die gegen die Ehe sind, auch wenn Richard längst vergangene und nicht mehr mögliche Szenarien heraufbeschwört, die Scharfenburg für kurze Zeit unter eine unschöne wenglische Herrschaft brachten. Selbst den Kompromissvorschlag, um die Hand der Prinzessin ein Turnier auszuschreiben, lehnt er zunächst ab. Erstens rechnet er sich gegen Martin, der innerhalb kurzer Zeit die einsame Spitze des Turniergeschehens geworden ist, keine reelle Chance aus, zweitens soll die Prinzessin die Heirat mit dem Sieger des Turniers immer noch ablehnen können. Erst, als die Grafen damit drohen, den Herzog um eine Änderung des Gesetzes zu bitten, um die Einstimmigkeit in eine Mehrheitsentscheidung umzuwandeln, gibt Richard oberflächlich nach. Er zwingt jedoch seinen Schreiber Arthur aus Backendorf, einen ihm genehmen Text in den Beschluss zu schreiben. Er geht zu Recht davon aus, dass die Grafen den Text nicht nochmals lesen werden oder einen erneuten Vortrag verlangen werden.

Tatsächlich unterschreiben sie blind, dass Regina den Sieger des Turniers heiraten muss – auch gegen ihren erklärten Willen. Auf Richards Veranlassung manipulieren die Diener seines Vetters Raimund, der offiziell das Sonderturnier um Reginas Hand ausrichtet, die Turnierwäsche der anderen drei Teilnehmer – Prinz Martin, Graf Thannburg und Graf Skarpenborn. Ihnen wird eine kostenlose Wäsche ihrer Kleidung angeboten, was sie auch annehmen. Allen dreien wird jeweils ein Dolch entwendet und blank in die frische Wäsche gelegt. Martin schneidet sich daran in die Schwerthand, Graf Thannburg bemerkt es zu spät und erleidet eine tödliche Verletzung, als er sich eine präparierte Unterhose anzieht. Graf Skarpenborn bleibt nur deshalb unverletzt, weil er seine Turnierwäsche nicht aus dem von Raimunds Dienern gereinigten Stapel nimmt.

Richard gelangt kampflos in die zweite Runde, weil sein ihm zugeloster Gegner, Graf Thannburg, nicht erscheint. Auch Martin kommt fast zu spät zur vorgezogenen zweiten Runde und wird wegen der verletzten Schwerthand von Richard besiegt. Regina weigert sich, Richard zu heiraten. Die Diskussion veranlasst den alten Grafen Falkenstein, gegenüber dem Herzog richtigzustellen, dass der Beschluss des Grafenrates ein anderer war und Richard ihnen einen anderen Text hat unterschieben lassen. Der Markgraf verweist darauf, dass er Martin besiegt hat und er damit auch nach dem tatsächlichen Beschluss des Rates nicht als Reginas Gatte in Betracht kommt.

Heinrich, Herzog Ludwigs älterer Sohn beschuldigt Richard der Manipulation, was Graf Skarpenborn bestätigt, der den verbluteten Grafen Thannburg gefunden hat. Ludwig will Richards Verstrickung in diese Angelegenheit genau untersuchen lassen, doch erscheint in diesem Moment ein Bote aus der bedrohten scharfenburgischen Provinz Dunkelfels und verkündet, dass die Provinz von Wilzaren überrannt wurde, der Graf, seine Söhne und auch Graf Falkensteins Söhne gefallen sind. Weil Ludwig alle seine Grafen braucht, um der Bedrohung durch die Wilzaren Herr zu werden, muss er ihn in seinem Amt belassen.

Die Beschuldigungen, die Heinrich gegen ihn ausgesprochen hat, wird Richard jedoch gewiss nicht vergessen …

Richard beteiligt sich am Turmescher Pfingstturnier im Jahr 1198.

- weitere Bearbeitung folgt -

Persönlichkeit

Abgesehen von Yancey Morton Morrows, der vermutlich ein später Abkömmling dieses mehr oder weniger werten Herrn ist, ist Richard von Rebmark der Fiesling meiner Geschichten. Es gibt wahrscheinlich keine schlechte Eigenschaft, die ich ihm nicht in die Schuhe schieben würde. Richard ist ein Mensch, gewiss, aber irgendwie ist er auch Oberork vom Schlage eines Azog oder Bolg (siehe Der Herr der Ringe) – einfach nur böse, und zwar aus sich selbst heraus. Seine Feindschaft hat meist keine konkreten Anlässe. Wenn er jemanden nicht mag – und das kommt häufig vor – sollte derjenige seine Angelegenheiten in dieser Welt regeln und das Testament gut verwahren lassen …

Er ist Herr einer bedeutenden Provinz des Herzogtums Scharfenburg, aber das genügt ihm nicht. Richard will mehr: Mindestens den Herzogshut Scharfenburgs, nach Möglichkeit aber auch noch ein ordentliches Stück Wengland in Form der nördlichen Provinzen dazu – das würde er sich gern mit Havarik von Wilzarien teilen (wenn der denn zum Teilen bereit wäre. Man darf das bezweifeln.) 

Um das zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht. Zunächst versucht er es im Geheimen mit willfährigen oder dazu gezwungenen Helfern. Spielt einer davon nicht mehr mit – oder hat Richard auch nur den Verdacht, dass es so kommen könnte – wird er entsorgt. Richard überlässt das meist anderen, die ahnungslos zum Werkzeug seiner finsteren Pläne werden. Fruchten hinterlistige Aktionen nicht, greift er irgendwann auch zu Gewalt. Aber es dauert relativ lange, bis er sich dazu entschließt, offen als Gegner aufzutreten.

Wie für viele der Ritter in den Verborgenen Landen ist der jährliche Turnierzirkus … äh … -zyklus Richards lange Zeit einzige Chance, sich in den ritterlichen Kampftechniken zu üben. Leider gehört er nicht zu den fairsten Sportsleuten und nutzt Betrug, Bestechung und Manipulation, um zum Ziel zu kommen.  

Geschichte des Charakters

Wo Licht ist, ist Schatten. Eine Abenteuergeschichte ohne Bösewicht funktioniert für mich irgendwie nicht. Gegen den noblen Helden Martin musste ein Finsterling her, wie er wahrhaft im Buche steht.  

Richard ist nach Martin mein zweiter Blindtreffer. Vereint Martin alles, was den perfekten, noblen Ritter ausmacht und ihn damit zum legitimen Verwandten von Balian von Ibelin macht, findet sich in Richard alles wieder, was Guy de Lusignan und Reynald de Châtillon zusammen ausfressen … Und das auch schon 1982, als Orlando Bloom noch in den Kindergarten ging und Marton Csokas wohl noch als Halbstarker seinen Geburtsort Invercargill in Neuseeland unsicher machte … 

Advertisement