Die Verborgenen Lande Wiki
Advertisement
Die Verborgenen Lande Wiki


Das Königreich Wengland ist das geografisch mittlere Land der Verborgenen Lande und deren flächen- und bevölkerungsmäßig größtes Land.

Seit seiner Gründung im Jahr 887 wird es vom Haus Wengland-Steinburg regiert. Wengland gilt als Hort des noblen Rittertums seit Balian Roland von Ibelin 1188 zum Erzieher des Thronfolgers Martin bestellt wurde.

Geografie

Wengland wird nördlich vom Großen Alvedra begrenzt, der bis zur Mündung des Aventur die Grenze zwischen Wengland und dem Herzogtum Scharfenburg bildet. Westlich grenzt der steile Bergriegel des Breitensteiner Dolomits das Fürstentum Breitenstein gegen das Königreich Wengland ab. Im Süden und Osten bildet das Königreich Wilzarien die Begrenzung Wenglands. Bis 1265 bildet der Aventur die östliche Grenze nach Wilzarien. Nach dem Krieg 1260 – 1265 gegen Wilzarien kommt die Provinz Aventur als Pufferzone zu Wengland. Ab diesem Zeitpunkt ist das Aventurgebirge die östliche Grenze Wenglands.

Zwei große Flusssysteme durchziehen das Land: das südliche Einzugsgebiet des Alvedra, zu dem als größere Nebenflüsse der Steinburger Alvedra, die Eichach sowie der Limmur gehören und der Aventur mit seinen Nebenflüssen, der gleichzeitig der größte der südlichen Zuflüsse des Großen Alvedra ist.

Die Gebirgssysteme, die Wengland begrenzen, gehören zu den nördlichen europäischen Alpen. Die tiefste Stelle Wenglands findet sich in der Nähe der Aventurmündung in den Alvedra, östlich von Wachtelberg. Der höchste Punkt des Landes ist die knapp 3998 m hohe Eisspitze, deren Gletscher die Spitze bedeckt (daher der Name) und der Ursprung des Eichgauer Alvedra und der Eichach ist.

Klima

Wengland liegt in der Westwindzone der nördlichen Hemisphäre. Entsprechend der Lage als im Prinzip riesiges Hochtal, das sowohl von Westen als auch von Süden von Bergen abgeschirmt wird, ist die Randlage der westlichen und südlichen Bergregionen oft von Föhn geprägt und schon fast mediterran. Nördliche (von NW bis NO) Winde können jedoch Regen- und Schneewolken vor den Bergen stauen, so dass hier auch entsprechende Abregnung stattfindet, bzw. Wasserreservoire in Form von Schneefeldern bzw. Gletschern entstehen konnten.

Geschichte

Frühzeit

Die Menschen in den Verborgenen Landen haben gemeinsame Vorfahren, die Wangionen. Dieser indogermanische Stamm wird um 400 n. Chr. in seinem ursprünglichen Siedlungsgebiet südlich des Urals von Hunnen attackiert und macht sich im Zuge der dadurch ausgelösten Völkerwanderung auf den Weg nach Westen. Sie finden zunächst neues Siedlungsgebiet als Nachbarn der Burgunder an der Weichsel. Als die Hunnen auch dorthin kommen, ziehen Burgunder und Wangionen gemeinsam weiter nach Westen und erreichen die Grenze des Römischen Reiches.

Als Verbündete gegen die Hunnen sind sie dort willkommen und kämpfen gemeinsam mit Römern gegen die Hunnen. Die kriegerisch veranlagten Stämme werden von den Römern aber nach der Vernichtung der Hunnen als zu gefährlich betrachtet, um sie an der Grenze zu haben. Die Burgunder nehmen den christlichen Glauben an und werden in das heutige Burgund umgesiedelt. Die Wangionen, die dem alten Glauben an die nordischen Götter treu bleiben wollen, müssen sich von der Grenze zurückziehen und wandern über die Hochfläche südlich des Mains weiter nach Süden. Die aufgegebenen Kastelle am alten Limes bieten für kurze Zeit ein neues Heim, doch die Landwirtschaft in der kargen Alb ist problematisch. Der Stamm bricht erneut auf und gelangt Ende 452 n.Chr. ins Allgäu.

Häuptling Wangidonar, Vater der Zwillingssöhne Wengor und Wilzar, will Verhandlungen um Siedlungserlaubnis aufnehmen und sendet einen Boten nach Cambodunum (Kempten). Der verängstigte Legat der dortigen Truppen geht zum Schein darauf ein und lädt den Häuptling und einige seiner Stammesältesten in das Kastell ein. Die Wangionen werden umgehend festgesetzt.

Die Gefangenen können zwar befreit werden, doch der Häuptling wird von einem Pfeil tödlich getroffen. Weil er seine Nachfolge noch nicht geregelt hat, setzen die Stammesältesten einen Zweikampf der Zwillingsbrüder an. Der Kampf geht unentschieden aus. Als das Volk sich ebenfalls nicht für den einen oder anderen Kandidaten entscheiden kann, spaltet sich der Stamm. Ein Teil unter Wengor will am Rand der Alb bleiben, Wilzar zieht mit seinen Anhängern an der Hilaria (Iller) entlang weiter zur Donau und kehrt nicht mehr zurück.

Weil es bei den Wangionen als unhöflich gilt, über Abwesende zu sprechen, geraten die Anhänger Wilzars bald in Vergessenheit. Wengor kann seinem Stammesteil ein passables Leben zwischen Alb und Bodensee ermöglichen. Als er vierzig Jahre später als hochangesehener Stammesführer stirbt, nennt sich der verbleibende Stammesteil fortan Wengonen. Weil das Römische Reich inzwischen kollabiert ist, ergreifen die Wengonen die Gelegenheit und dringen über die Grenze vor. Der Bischof von Chur kann sie mit seinen Truppen in die Berge rechts des Rheins abdrängen, wo sie eher zufällig auf eine Höhle stoßen, die einen Hinterausgang in ein gewaltiges unbewohntes Hochtal hat. Sie wird später als Breitensteiner Pforte bezeichnet werden.

Die Wengonen ziehen in das unbewohnte Hochtal und nehmen es in Besitz und teilen sich nochmals. Der kleinere Teil verbleibt in dem Tal, das später das Fürstentum Breitenstein wird, der größere Teil überquert den nächsten Bergrücken, den Breitensteiner Dolomit. Auch dieser Teil spaltet sich nochmals, wobei ein Teil die Lande nördlich des Alvedra in Besitz nimmt, das spätere Scharfenburg und der andere Teil das Land südlich des Alvedra, das spätere Wengland.

Die Wengonen südlich des Alvedra bleiben zwischen Breitensteiner Dolomit, dem Großen Alvedra und dem Aventurgebirge, wo sich rasch zwölf Sippengebiete bilden, die zur Grundlage der späteren Provinzen werden. Die ältesten Siedlungsspuren in den heutigen Hauptstädten der Provinzen des Königreichs Wengland sind nahezu zeitgleich um das Jahr 500 n. Chr. zu datieren.

Frühes Mittelalter

Wappen des Herzogtums und des Königreichs Wengland 887.

Die Frühgeschichte Wenglands bleibt den wenglischen Gelehrten schon deshalb lange unklar, weil Persegin von Rothenfels Herzog Christian ermorden lässt, um selbst an die Macht zu gelangen. Als Herzog Reginald, genannt der Unrechtmäßige, lässt er den seinerzeitigen Urkundenbestand seines Vorgängers Christian von Sandragon vernichten, um dessen Namen aus der Geschichte zu tilgen. Was immer davor geschehen ist, wird über Jahrhunderte nur als Legende weitergegeben.

Fürstin Christine und ihre Söhne Albert und Philipp können fliehen und finden Asyl in Scharfenburg, das für viele Jahre ihr Exil wird. Mit Erreichen seiner Volljährigkeit fordert Albert den Thron zurück, scheitert jedoch.

Königreich Wengland

Erst 887 gelingt es Philipp, Christians jüngerem Sohn, den Thron mithilfe seiner Herwigsgarde zurückzuerobern. Bei dieser Truppe handelt es sich um eine Räuberbande, die auf der Alvedrainsel haust, die als unbewohnbar, weil unerreichbar, gilt.

Philipp begründet die bis heute regierende Dynastie des Hauses Wengland-Steinburg. Ihm gelingt es auch, als König von Wengland anerkannt zu werden. Durch den Vertrag von Münstertal mit dem späteren Kaiser Arnulf kann er sein Land vom Einfluss des Römischen Reiches ausnehmen. Der Vertrag soll gelten, solange ein männlicher Erbe des Hauses Wengland-Steinburg vorhanden ist.

Durch Heirat mit Prinzessin Hilde von Scharfenburg, deren Bruder Matthias ohne männlichen Erben verstirbt, wird das Herzogtum Erbe der Söhne Philipps.

Sein älterer Sohn Martin ist ein haltloser Säufer, der 924 unter seinem Privatfass Wein im Weinkeller ertrinkt ohne einen Erben zu haben. König Martin I. ist eine Plage für die Region, der insbesondere Scharfenburg nach allen Regeln der Kunst plündert. Sein jüngerer Bruder Otto beerbt ihn und gibt Scharfenburg wieder auf, um einen allgemeinen Aufstand in dem ererbten Gebiet zu vermeiden.

Hohes Mittelalter

Wappen des 1. Königreichs Wengland (identisch mit dem Wappen der Grafschaft Steinburg)

Die Heirat von Rudolf von Wengland mit Marie du Puiset im Jahr 1179 und seine Teilnahme am Dritten Kreuzzug 1189 – 1191 im Heer von Kaiser Friedrich Barbarossa sind zwei der wenigen Berührungspunkte der Verborgenen Lande allgemein mit der Außenwelt. Rudolf nimmt mit seinem Aufgebot als Mitstreiter von Kaiser Friedrich Barbarossa teil. Auf Veranlassung der Königin wird ihr Bruder, Balian Roland von Ibelin, 1188 zum Erzieher des älteren Sohnes Martin und zum Paten des jüngeren Sohnes Michael. Acht Jahre lebt Martin bei seinen Erziehern in Frankreich und im Heiligen Land, bis die Familie Ibelin nach einem falschen Verdacht aus Frankreich ausgewiesen wird. Rudolf nimmt seinen Schwager und dessen Familie auf und belehnt Balian, der seinen zweiten Vornamen Roland als Rufnamen annahm, nach dem erbenlosen Tod des Grafen Albin von Hirschfeld mit dessen Grafschaft. Martin bleibt auch nach seiner Heimkehr bei seinen Erziehern, denen Rudolf nach dem frühen Tod seiner Gemahlin auch den jüngeren Sohn Michael anvertraut.

Roland gilt als der vollkommene Ritter und gibt diese Lehre auch an Martin und Michael weiter. Bis heute gilt er als Begründer des noblen Rittertums im Königreich Wengland und als Vorbild für jeden Adligen in diesem Land.

1200 entsendet Rudolf seinen Thronfolger und den Grafen von Hirschfeld auf den Kreuzzug. Fast gleichzeitig bitten sowohl Wilzarien als auch Scharfenburg um den Beistand Wenglands im Krieg, den sie gegeneinander führen. Nach einem Angriff vorgeblich scharfenburgischer Truppen bei Wachtelberg tritt Rudolf auf der Seite Wilzariens in den Krieg ein, ohne zu ahnen, dass er einer List der Wilzaren aufgesessen ist.

1202 kehren die Kreuzfahrer zurück, ohne sich am Kreuzzug beteiligt zu haben. Sie hätten als Vergütung für die Überfahrt die Stadt Zara erobern sollen, die Venedig tributpflichtig war und angeblich nicht gezahlt hatte. Die Wengländer weigerten sich, diesen Frevel mitzumachen und waren nach vergeblichen Versuchen, andere Passagen ins Heilige Land zu bekommen, umgekehrt.

1204 ehelicht Martin nach Friedensschluss mit Scharfenburg Prinzessin Regina von Scharfenburg. 1205 kommt Sohn Ulrich zur Welt, 1207 folgt Eginhard. 1210 beerbt Martin seinen Vater Rudolf. Seine Regierungszeit ist geprägt von Frieden und Wohlstand.

Beide Söhne heiraten, 1235 wird Ulrichs Sohn Ulrich jr. geboren, die Mutter stirbt bei der Geburt. 1239 stirbt Ulrich sen. an den Pocken, Eginhard kommt 1243 bei einem Turnierunfall ums Leben. Ulrich jr. wird von König Martin und Königin Regina selbst erzogen und zum Thronfolger ausgebildet. Martin gibt Ulrich weiter, was er von seinem Erzieher Roland gelernt hat. Ulrich setzt es ebenso konsequent um wie sein Großvater, den er nach dessen Tod im Juli 1260 beerbt.

König Ranador von Wilzarien nutzt die traditionellen dreimonatigen Exerzitien des Thronfolgers, um Wengland anzugreifen und zu erobern. Ulrich muss nach Scharfenburg ins Exil gehen, wo er seine Gemahlin Adelheid von Löwenstein kennen lernt. Erst 1265 kann Ulrich mithilfe des Herzogs Gunther von Scharfenburg das Reich zurückgewinnen. Um einen erneuten Überfall aus Wilzarien zu verhindern, fordert Ulrich die Grenzprovinz Aventur als Pufferzone von Wilzarien. Aventur ist im Osten und Süden vom Aventurgebirge begrenzt, das gegen die aggressiven Wilzaren besser zu verteidigen ist. Erster wenglischer Graf der Provinz wird Siram, der Christ wird und in der Taufe den Namen Siegmar annimmt.

Die wenglischen Grafschaften nach dem Sieg über Ranador

Ab diesem Zeitpunkt ist Aventur zwischen Wengland und Wilzarien umstritten und ist eine dauerhafte Quelle für Konflikte mit dem Nachbarreich, wenngleich der Schock der gründlichen Niederlage und des Verlustes der westlichen Grenzprovinz so nachhaltig ist, dass Wilzarien während der fünfundzwanzig Jahre der Herrschaft Ulrichs keinen erneuten Angriff auf Wengland wagt. Ulrich ist oft bei Graf Siegmar in Christophstein/Silla zu Gast und gründet die juristische Schule in der Hauptstadt Aventurs, die später zur Universität Christophstein ausgebaut wird. Mit Siegmar verbindet Ulrich und seine Gemahlin Adelheid eine so enge Freundschaft, dass es sogar Gerüchte gibt, der jüngere Sohn des Königspaares, Berthold, sei nicht Ulrichs, sondern Siegmars Sohn.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen um Aventur beginnen nach Ulrichs Tod 1290. Da jedoch die Exerzitien für den Thronfolge abgeschafft sind und Aventur loyal zu Wengland steht, kann Wengland den Krieg für sich entscheiden.

König Martin III., der seinen Vater Ulrich 1290 beerbt, muss in seiner dreißigjährigen Regierungszeit ein Dutzend Kriege um die Provinz Aventur führen, die alle von ihm gewonnen werden können.

Nach dem Tod Martins III. 1320 ist Ulrich II. mit achtundzwanzig Jahren Regierungszeit der letzte lange regierende König des 1. oder Alten Königreiches. Auch er muss zahlreiche Kriege um den Besitz Aventurs mit Wilzarien führen, kann die Provinz aber verteidigen. Sein Sohn Adolf beerbt ihn 1348, stirbt jedoch noch im selben Jahr an der Pest, ebenso wie Ulrichs Bruder Rudolf, der die Krone von Adolf übernimmt. Rudolfs Sohn Simon erbt die Krone 1348. Seine Ehe mit Bettina bleibt kinderlos, die Königin stirbt nur Wochen nach der Krönung an der Pest, Simon selbst Anfang 1349 ebenfalls an der Pest. Erbe der Krone ist der jüngere Bruder König Martins III., Berthold, der 1349 mit bereits 82 Jahren König wird.

Die früheren – und zwischenzeitlich widerlegten – Gerüchte, Berthold sei nicht König Ulrichs Nachkomme, veranlassen nach Bertholds Tod 1353 den König des Heiligen Römischen Reiches, Karl IV., den Bestand des Hauses Wengland-Steinburg und damit Wenglands Unabhängigkeit in Zweifel zu ziehen. Fürst Michael von Breitenstein, dessen Fürstentum bereits Lehen des Heiligen Römischen Reiches ist, wird von König Karl zum Reichsverweser für Bertholds minderjährigen Enkel Albert eingesetzt und beauftragt, Wengland in seine dreizehn Grafschaften zu zerteilen. Die Grafen sind jedoch nur mit der Zusage der Reichsunmittelbarkeit dafür zu gewinnen, das Königreich erlischt gegen den Willen des Volkes.

Auch Scharfenburg und Wilzarien werden in ihre Provinzen gespalten und Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches.

Frühe Neuzeit

Im Schwabenkrieg von 1499 werden die Reichsgrafschaften durch Heerhaufen der Schweizer angegriffen, die viele Burgen erobern und zerstören. Graf Siegmund von Steinburg, seine Gemahlin Stefanie, deren Sohn Randolf und dessen Frau Christine werden von den marodierenden Schweizern umgebracht. Der zu diesem Zeitpunkt neunjährige Sohn Randolfs und Christines, Ralf, überlebt nur deshalb, weil er sich in der Klosterschule Wachtelberg befindet, wo er von Bischof Wendelin erzogen wird.

Bis zu Ralfs Volljährigkeit verwaltet Wendelin außer seiner eigenen Grafschaft Wachtelberg in Personalunion auch die Grafschaft Steinburg. Der Bischof teilt die Bedenken des Augustinermönchs Martin Luther gegenüber dem Ablasshandel und dessen Vorstellung, dass die Kirche sich auf die Bibel beziehen soll statt auf Lehren der so genannten Kirchenväter, die aus den Worten der Bibel nicht zu erkennen sind. Wendelin plädiert auch dafür, die Bibel zu übersetzen und die heilige Messe in der Landessprache zu halten. Er gibt diese Lehre an den Erbgrafen Ralf weiter und bleibt auch nach dessen Amtsantritt als Graf von Steinburg dessen Mentor und Vertrauter.

Nachdem Luther seine 95 Thesen veröffentlicht, gehören Bischof Wendelin und Graf Ralf zu dessen Unterstützern. Als der Gelehrte seine Thesen auf dem Reichstag zu Worms verteidigen soll (wobei Kaiser und Papst eher von einem Widerruf ausgehen), sind Ralf von Steinburg und Wendelin von Wachtelberg als Reichsgrafen anwesend. Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, Luthers Landesherr, will den Theologieprofessor schützen und findet auch bei Graf Ralf Hilfe, der ihm anbietet, seinen Plan, Luther „entführen“ zu lassen, um ihn auf der Wartburg in Sicherheit zu bringen, aktiv zu unterstützen. Ralf und einige seiner Ritter beteiligen sich an der Aktion. Die Grafschaften der Verborgenen Lande nehmen relativ schnell die lutherische Konfession an und geraten ebenso schnell ins Visier der Reformationsgegner. Wendelin wird vom Papst abgesetzt und durch den romtreuen Alois ersetzt, der sämtliche Grafen für exkommuniziert erklärt. Da der Kaiser zusätzlich Truppen entsendet, um die Grafschaften wieder unter das Dach der katholischen Kirche zu holen, kehren die meisten Grafen wieder zum alten Glauben zurück. Ralf von Steinburg und Reinhold von Oberwengland wollen jedoch nicht nachgeben. Beide werden in den Ritterkrieg verwickelt und mit der Reichsacht belegt. Nachdem sie in Gefangenschaft geraten, gehen sie 1526 der Reichsunmittelbarkeit verlustig und werden dem Herzogtum Schwarzenstein unterworfen, dessen Herzog Franz nichts auslässt, um die ehemaligen Reichsgrafen zu demütigen. Ralf kann den Reichtum seiner Grafschaft verstecken, doch er unterlässt es, seine Frau über das Versteck zu informieren. Im Kerker von Schwarzenstein gebrochen, kehrt Ralf 1540 zur katholischen Konfession zurück. Er klagt den Herzog beim Reichsgericht der Plünderung der Grafschaft an und kann den Prozess tatsächlich gewinnen. Er erlangt 1541 die Reichsunmittelbarkeit zurück, doch er kann den Schatz nicht wiederfinden, weil er das Geheimnis im Kerker vergessen hat. Steinburg verarmt weitgehend, die Grafen halten sich eingedenk des Schicksals von Graf Ralf in der Reichspolitik sehr zurück und werden nahezu bedeutungslos.

Erst Ralfs Urenkel Wolfgang findet um 1610 eine Skizze, die Graf Ralf in einer geheimen Bibliothek im Schlossturm hinterlassen hat und beginnt mit der Suche nach der Schatzkammer. Er kann sie 1614 finden und den verlorenen Reichtum entdecken. Graf Wolfgang sieht in dem wiedergefundenen Königsschatz die Chance, Wengland unter seiner Herrschaft wiederzuvereinigen. In aller Heimlichkeit nimmt er Kontakt zu den anderen ehemals wenglischen Grafen auf, um mit ihnen das Vorgehen zu beraten. Die Nutzung der altwenglischen Münzen im selben Jahr bringt ihm jedoch kein Glück. Adolf von Braunsberg, ein aus Preußen zugewanderter adliger Tuchhändler, hat von dem verschwundenen Königsschatz gehört und erkennt die Münzen als daraus entnommen. Er bricht selbst in die Steinburg ein und wird von Graf Wolfgang ertappt. In dem anschließenden Kampf kommen Wolfgang und seine Gemahlin ums Leben, Braunsberg muss fliehen und setzt sich mit seiner Familie nach Stadtlohn ab, wo er erneut ein Tuchgeschäft gründet. Seine einzige Beute ist Graf Wolfgangs Rapier, ein Erbstück seines Urgroßvaters, und der älteste Siegelring Wenglands, den schon König Philipp besaß. Die kaiserlichen Ermittler können sich darauf keinen Reim machen und schließen den Fall als ungeklärt ab.

Fürstentum Wengland

Wappen des Fürstentums Wengland nach der Wiedervereinigung 1625

Wolf, der Sohn von Wolfgang und Juliane von Steinburg, überlebt, weil er in der Klosterschule Wachtelberg ist. Er wird Soldat in Diensten des kaiserlichen Feldherrn Tilly. Während des Dreißigjährigen Krieges gelingt es ihm, 1625 dem Kaiser die Wiedervereinigung der wenglischen Grafschaften zu einem Land abzuhandeln und Fürst Wenglands im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation zu werden.

Simon, Wolfs Sohn, wird während der Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück 1647 beinahe Opfer eines Mordanschlages, als der Fürst des ebenfalls 1625 wiedervereinigten Wilzarien die Chance nutzen will, dass Fürst und Thronfolger Wenglands am selben Ort sind. Die Bombe, die ihn und Isabelle de Restignac, eine Französin in kaiserlichen Diensten, töten soll, verfehlt jedoch ihr Ziel und öffnet stattdessen eine geheime Kammer, in der Beauftragte der Heiligen Inquisition nach der Zerschlagung der Verborgenen Lande unter anderem Dokumente und beschlagnahmte Gegenstände aus Wilzarien deponiert haben. Anhand der Beschreibung erkennt Simon, dass es sich um die Diamanten handelt, mit denen die Verborgene Region vor der Welt versteckt werden kann – doch die Anleitung dazu fehlt. Später kann er noch ein Buch finden, das ebenfalls von der Inquisition beschlagnahmt wurde. Die schriftlichen Vermerke dazu ergeben jedoch, dass es in einer unbekannten Sprache geschrieben sei und der Hüter auch unter Folter keine Übersetzung geben wollte.

Fürst Paul von Wilzarien, der davon erfährt, macht geltend, dass diese Dinge wilzarisches Eigentum sind, weil das Buch in altwilzarischer Sprache geschrieben sei. Bertram von Breitenstein vermittelt zwischen Wolf und Paul. Sie einigen sich darauf, dass Paul das Buch bekommt, die Diamanten behält Wolf – auch als Schadenersatz für das, was Wilzaren in Wengland schon angerichtet haben. Sie werden Bestandteil der wenglischen Kronjuwelen.

In den folgenden hundert Jahren bestimmen ständige Händel mit Wilzarien um Aventur die Geschichte. Wengland kann jedoch jeden Versuch der Eroberung Aventurs abwenden.

Neuzeit

1740 erkennt Reichsverweser Siegbert von Falkenstein, der für den unmündigen Thronerben Franz bis 1744 regiert, für Wengland und durch den Herzog von Scharfenburg bevollmächtigt, die weibliche Thronfolge Maria Theresias in Österreich an; aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg können sich die Staaten aber erfolgreich heraushalten. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 werden Wengland (und Scharfenburg) vom Kaiser aber gezwungen, als Teil des Reichsheeres gegen Preußen zu kämpfen. Dabei erweisen sich die fürstlichen Truppen Wenglands als die stabilsten und diszipliniertesten; doch sie sind letztlich zu wenige, um den Sieg Preußens zu verhindern.

Im Siebenjährigen Krieg erwirbt die wenglische Armee als Teil der Reichsarmee den Ruf, tapfer und diszipliniert zu kämpfen, aber die Fürsten Wenglands möchten sich aus den ständig wechselnden Bündnissen lieber heraushalten. Die Militärmode und die Bewaffnung hält mit der Entwicklung bei den Nachbarn jedoch Schritt. Fürst Albert möchte sich nach der Französischen Revolution keinesfalls an den Koalitionskriegen beteiligen, aber sein Sohn Ferdinand ist als preußischer Offizier mittendrin.

Albert will neutral bleiben, doch muss er erkennen, dass Napoleon keine Neutralität akzeptiert. Er verliert die südöstlichen Provinzen Aventur, Südwengland und Sachstal, lehnt aber weiterhin ein Bündnis mit Napoleon ab. Der Franzosenkaiser macht sehr weitgehende Angebote, die den mit ihm verbündeten König Siegmund von Wilzarien erzürnen, der das Bündnis kündigt. Ohne die Wilzaren ist Napoleon nicht in der Lage, die Verborgene Region vollständig zu erobern.

Albert verstirbt 1807 kurz nach der Heimkehr Ferdinands aus französischer Gefangenschaft völlig unerwartet. Der auf dem Höhepunkt seiner Macht stehende Franzose sieht die Chance, den ebenso unerfahrenen wie vom militärischen Misserfolg in preußischen Diensten traumatisierten jungen Fürsten mit einem Bündnis und der Königskrone zu ködern. Doch Ferdinand will Vergeltung für die Niederlage und die Gefangenschaft. Er nimmt Kontakt zu Österreich und Preußen auf und bietet seine Truppen an, um bei der Befreiung Europas von der Franzosenherrschaft behilflich zu sein, wenn er als König anerkannt wird. Sowohl der König von Preußen als auch der Kaiser von Österreich haben zunächst zu viel Angst vor Napoleon, um das Angebot anzunehmen. Doch nachdem es Ferdinands Truppen gelingt, die südöstlichen Provinzen zurückzuerobern, sich Wengländer und Wilzaren gegen die Franzosen verbünden, die Verborgenen Lande befreien und mittels des verborgenen Zustands vor einer Rückeroberung schützen können, beginnen die Räte in Preußen und Österreich vorsichtig, ihre Herren umzustimmen.

Neues Königreich

Wappen des 2. Königreichs Wengland

Als die Franzosen 1812 in Russland ins Leere laufen und sich schließlich zurückziehen müssen, sehen der König von Preußen und der österreichische Kaiser ihre Chance. Jeder Verbündete ist recht, auch Wengland. Nachdem Napoleon endgültig besiegt ist, wird der schon seit 1813 vorläufig als König titulierte Ferdinand in einem Zusatzprotokoll des Wiener Kongresses international als König anerkannt.

Auf Ferdinands Initiative schließen sich Breitenstein, Scharfenburg, Wengland und Wilzarien zu den Verborgenen Landen zusammen. Wilzarien verfügt über das Wissen und die Technologie, um die Region in die Verborgenheit zu versetzen, Wengland über die Diamanten, die dafür erforderlich sind. Jedes Land erhält einen der Diamanten, womit auch sichergestellt wird, dass nur gemeinsam über Verborgenheit oder offener Existenz entschieden werden kann.

Schon bald kommt es wieder zu Konflikten mit Wilzarien, dessen neuer König wieder nach Aventur greifen will. Zwischen 1830 und 1870 vergeht kaum ein Jahr ohne Krieg mit Wilzarien. Nach der Niederschlagung der Badischen Republik 1849 und den zunehmenden Expansionsbestrebungen Preußens innerhalb des ehemaligen HRRD beginnt der neue König Wilhelm, Ferdinands Sohn, diplomatische Verhandlungen aller vier Staaten der Verborgenen Lande, um sie in den verborgenen Zustand zu versetzen. Dazu braucht er auch Wilzarien, weil nur dort das entsprechende Wissen vorhanden ist. Nach zähen Verhandlungen, während der der wilzarische König zeitweise die Rückgabe Aventurs verlangt, kann 1860 eine Übereinkunft getroffen werden, die Aventur bei Wengland belässt. Seither sind die Verborgenen Lande dauerhaft im Zustand der Verborgenheit.

Nur Monate nach dem Abkommen erklärt Wilzarien Wengland erneut den Krieg, der bis 1870 fast Dauerzustand ist. Ergänzend versucht Wilzarien, die wenglische Königsfamilie von innen heraus zu vernichten, indem Eberhard, der zweite Sohn König Wilhelms während seines Studiums in der Schweiz durch den ihm halbwegs ähnlich sehenden Agenten Gobur Simat ersetzt wird.

Eisenbahnbau und konstitutionelle Monarchie

Wappen der Königlich Wenglischen Eisenbahn

Alexander, der jüngste der drei Söhne König Wilhelms, der ohnehin praktisch keine Aussicht auf den Thron hat, schlägt nach schlimmen Erfahrungen während seiner Militärzeit einen unadeligen Weg ein, studiert Vermessungstechnik und arbeitet nach vom falschen Eberhard provozierten Streitigkeiten in den USA und in der Schweiz beim Eisenbahnbau. Um die Verkehrswege in Wengland zu verbessern, holt Wilhelm Alexander zurück und beauftragt ihn mit dem Bau einer Eisenbahnlinie quer durch Wengland, die nach einer schon im Ansatz scheiternden kommunistischen Revolution und erneuten Differenzen zwischen Alexander und Eberhard bis 1874 erstellt wird.

1875 wird Thronfolger Friedrich am Tag vor der Eröffnung der zweiten Linie mit seiner Familie und dem Kutscher durch einen Bombenanschlag ermordet. Eberhard, Polizeichef in Wengland, lässt Alexander unter dem Verdacht des Mordes verhaften und bedient sich bei den Vernehmungen Methoden, die in Wengland seit Jahrhunderten verboten sind. König Wilhelm veranlasst die Freilassung der Verhafteten und enthebt Eberhard des Postens. Im Zuge der Ermittlungen gegen die Graue Gendarmerie, deren Chef Eberhard war, ergibt sich der Verdacht, dass Eberhard in den Mord verwickelt sein könnte.

Mithilfe seiner Frau Simone, seines Cousins Balduin de Restignac und seiner während der Militärzeit erlernten Fähigkeiten kann Alexander den falschen Eberhard entlarven und ermitteln, dass der echte Eberhard in der Schweiz bei einem Absturz während einer Wanderung ums Leben gekommen ist. Als letzter verbliebener Sohn des Königs wird Alexander Thronerbe und plant die Umgestaltung der im Prinzip absoluten Monarchie in eine konstitutionelle Monarchie.

Stephan, Alexanders älterer Sohn, studiert ebenfalls Vermessungstechnik. Für sein Studium geht er nach Aventur, das seit seiner Abtretung 1265 eine zweisprachige Provinz ist. Während seines Studiums gerät die Provinz durch Truppen des wilzarischen Fürsten Bonat unter wilzarische Kontrolle. Weil die Besetzung von langer Hand geplant ist und Bonat auch in Wengland einen Verbündeten hat, der den größten Teil der wenglischen Truppen für ein großangelegtes Manöver aus Aventur abzieht, fällt Aventur praktisch ohne Gegenwehr. Die ahnungslos zurückkehrenden Truppen werden am Aventur aufgerieben. Weil Bonat als angeblicher Vertreter König Pauls damit droht, die Verborgenheit der Region aufzuheben und sich an Österreich und das Deutsche Reich um Unterstützung zu wenden, wenn Wengland eine Rückeroberung der Provinz versucht, stimmt das wenglische Parlament einer Truppenentsendung nicht zu.

Als die Wilzaren Jagd auf Wengländer machen, erweist sich, dass der größte Teil der Aventur-Wilzaren Wengland treu ist. Dennoch kann Stephan, der unerkannt bleibt, weil er wie sein Vater unter falschem Namen studiert, nur aus dem Untergrund den Widerstand organisieren. König Paul, der seine Tochter unter falschem Namen nach Aventur gesandt hat, um zu erkunden, wie das Volk dort zu Wilzarien steht, erfährt von ihr von Bonats Verrat und teilt König Alexander per Telegramm mit, dass er mit dem Überfall nichts zu tun hat und seine Armee in Marsch setzt, um Bonat zur Rechenschaft zu ziehen. Er bietet direkte Verhandlungen an. Alexander kann mit dieser Zusage von Paul den Kriegsminister und das Parlament davon überzeugen, eigene Truppen nach Aventur zu entsenden, um die Provinz zurückzugewinnen.

Aventur bleibt wenglisch, Stephan heiratet Pauls Tochter Alexandra, ein endgültiger Friedensvertrag zieht einen Schlussstrich unter fast 800 Jahre Konflikt zwischen Wengland und Wilzarien. Als Stephan 1912 König wird, stiftet er den Akademischen Preis für Historiker des Königreichs Wengland. Vergeben wird er jährlich am 11. Juli an Historiker in zwei Kategorien: In der 1. Kategorie bezüglich der Erforschung der Gründe des Konfliktes zwischen den Königreichen Wengland und Wilzarien, in der 2. Kategorie in der allgemeinen historischen Forschung zur Geschichte der Verborgenen Lande.

Moderne

In den beiden Weltkriegen bleiben die Verborgenen Lande wegen ihres versteckten Zustands unberührt. Benno von Wengland, der ältere Sohn König Georgs I. von Wengland, hat kein Interesse am Thron und geht nach Belgien, um dort in einem Internat zu lernen. Bei einem deutschen Raketenangriff in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wird die Schule zerstört, wobei Benno ums Leben kommt. Sein jüngerer Bruder Georg wird Thronerbe. Wegen des heraufziehenden Kalten Krieges bleiben die Länder im Verborgenen Zustand. Kommunistischen Revolutionsbestrebungen können die noch in absoluter Monarchie bestehenden Länder durch Annahme einer konstitutionellen Monarchie, frei gewählten Parlamenten mit vom Monarchen unabhängigen Regierungen begegnen.

Advertisement